Never forgive, never forget!

Kein Vergessen!

Heute vor 76 Jahren kam es im gesamten Gebiet des faschistischen „Deutschen Reichs“ zur Reichspogromnacht, dem vorzeitigen Höhepunkt der menschenverachtenden Jagd auf Jüd*innen.
In der Zeit zwischen 1933 und 1945 entlud sich der Hass auf Jüd*innen auch in Weyhe. Schon ab 1933 wurde in Weyhe dazu aufgerufen nicht bei vermeidlich Jüdischen Bürger*innen einzukaufen. Schilder mit der Aufschrift „Juden – Zutritt verboten“ oder „Juden sind in diesem Orte nicht erwünscht“ wurden schließlich ab 1935 mit dem Inkrafttreten der „Nürnberger Rassegesetzen“ in den damaligen Weyher Ortsteilen aufgestellt. Gleichzeitig begann der Kirchweyhe Bürgermeister eine „Judenkartei“ anzulegen, in der er alle „Viertel-“, „Halb-“ und „Volljuden“ aufführte. Ein besonders tragisches Schicksal erlitt der Junge Otto Polak, da er als fast einzige Person in Kirchweyhe einen „Judenstern“ tragen musste und daher täglich Angriffen durch Dorfkinder ausgesetzt war.

Der Hass auf Jüd*innen hörte mit der Befreiung durch die Alliierten jedoch nicht auf; auch heute noch gibt es einen krassen Antisemitismus in Deutschland, der sich z.B. dieses Jahr auf verschiedenen Demonstrationen entlud, nicht zuletzt in den Aktionen der Neu-Rechten „Friedensbewegung“. Oft ist von einer angeblichen „zionistischen Weltverschwörung“ die Rede und aktuelle Umfragen zeigen, dass Jüd*innen immer noch mit Hass und Misstrauen beäugt werden.

Daher ist der Kampf gegen Antisemitismus eine der wichtigsten Aufgaben des Antifaschismus, denn niemals dürfen die Verbrechen des faschistischen Regimes vergessen werden oder die derzeitigen Umstände einfach so hingenommen werden. Dabei muss auch in die eigene Szene geschaut werden. Antisemitismus macht schließlich auch nicht vor dem linken Spektrum halt.

Never forgive, never forget! Fight Anti-Semitism!

Antifa Weyhe

Quellen und lesenswerte Seiten:
- Greve, Hermann (1995): Gegen das Vergessen. Verfolgung und Unterdrückung in Weyhe. 1933-1945. Weyhe.
- http://www.stolpersteine-bremen.de/detail.php?id=200