Menschenverachtende Hetze gegen geplante Flüchtlingsunterkunft in Weyhe-Melchiorshausen

Menschenverachtende Hetze gegen geplante Flüchtlingsunterkunft in Weyhe-Melchiorshausen

Es ist derzeit immer dasselbe in Deutschland: Kaum gibt es Pläne eine weitere Unterkunft für Flüchtlinge irgendwo einzurichten, kommt es sofort zu Protesten aus bestimmten Teilen der Bevölkerung. Mal mehr, mal weniger stark sieht der Widerstand aus, im schlimmsten Fall gipfelt er in körperlichen Angriffen und Pogromen.

Weyhe scheint bisher (zum Glück) von solch extremen Protesten weitgehend verschont geblieben zu sein. Die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen funktioniert recht gut und das Familienpaten-Projekt, bei dem Familien und Einzelpersonen aus Weyhe neu angekommen Flüchtlingen helfen, verdient allen Respekt.
Nun gibt es jedoch den Plan der Gemeinde in der ehemaligen Grundschule in Melchiorshausen eine Flüchtlingsunterkunft einzurichten. Eine recht rationale und kostengünstige Entscheidung, denn das Gebäude steht leer und gehört der Gemeinde. Doch gab es bereits bei der Schließung der Schule wegen zu geringer Schüler*innenzahl ordentlich Gegenstimmen, scheint es nun auch Widerstand gegen eine Flüchtlingsunterkunft in eben jenem Gebäude zu geben.
Unter einem Post der „Kreiszeitung Syke“[1] lassen sich einige krass rassistische und menschenverachtende Kommentare finden. „Spitzenreiter“ der Hetze ist Daniel Horstmann, der in seinen Kommentaren offen gegen die Aufnahme von sich in Not befindenden Flüchtlingen hetzt. Dabei verkennt er, dass weltweit über 50 Millionen Menschen auf der Flucht sind[2] und das nur ein winziger Prozentsatz nach Deutschland kommt. Gegenkommentator*innen fragt Horstmann, ob sie vom Bürgermeister bezahlt seien und er sieht seine „Meinung“ durch die Meinungsfreiheit gesichert, ganz dem Motto „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“. Erschreckend ist auch, dass über 30 Menschen seinen Kommentar geliked haben. Erfreulich bleibt nur, dass es auch viele positive Kommentare zum Artikel gab.

Nach unserer Meinung sollte es jedoch nicht darum gehen, wie viele Menschen aufgenommen werden müssen. Jedem Menschen, der sich auf Flucht befindet, muss geholfen werden! Vielmehr sollte es darum gehen warum Menschen flüchten, was die Schuld Europas an der größer werdenden Zahl der Flüchtlingen ist und dass die EU-Staaten, auch Deutschland, eine besonders krasse „Flüchtlingsabwehr“ betreiben, die schon mehreren zehntausend Flüchtlingen das Leben gekostet hat. So wurde mit der Verschärfung des Asylparagrafen im Grundgesetz das Menschenrecht auf Asyl in Deutschland praktisch aufgehoben. Sinti und Roma aus Balkanländern werden zum Beispiel oft als „Armutseinwanderer“ dargestellt und systematisch abgeschoben, weil sie aus angeblich sicheren Herkunftsländern kommen.

Unsere Vorstellung der Welt ist jedoch grenzenlos solidarisch. Wir sagen ganz laut: „Refugees are welcome here!“

[1] https://www.facebook.com/kreiszeitung.de/posts/10153650886351490
[2] http://www.tagesschau.de/ausland/grafiken-fluechtlinge-100.html

Die Kommentare unter dem Artikel der „Kreiszeitung“ zum Nachlesen:

Hetze1
Hetze2
Hetze3
Hetze4