Aktuelles

Nachtrag „Tag der Deutschen Patrioten“

Wie berichtet kam es am 12. September dieses Jahres zu einem Nazi-Aufmarsch in Weyhe. Informationen dazu lassen sich hier, auf Antifa-Bremen.org und auf unserer Seite nachlesen.

Wir veröffentlichen nun weitere Bilder der Nazis die sich auf dem Weyher Markplatz versammelten, um dort das Integrationsfest der Gemeinde zu stören bzw. ein Gruppenfoto zu machen. Die Bilder lassen sich über Rechtsklick und Grafik anzeigen größer darstellen.

Gruppe1
In erster Reihe kniet Marcel Kuschela (Schwarzer Pulli, Sonnenbrille und kurzen Iro). Infos zu Marcel gibt es hier

Henrik
Auf dem Bild ist links sitzend Henrik Ostendorf (Blauer Fischerhut) zu finden. Henrik, Bruder von Hannes Ostendorf dem Sänger der Nazi-Band „Kategorie C“, ist eine der wichtigsten Personen der Bremer Neonazi-Szene. Infos zu Henrik lassen sich hier finden.

Gruppe3

Weitere Bilder bei Recherche-Nord.

Über weitere Infos zu den abgebildeten Nazis würden wir uns sehr freuen. Unser verschlüsseltes Kontaktformular.

„Tag der deutschen Patrioten“

NazisMarkt

Am 12. September sollte in Hamburg der „Tag der deutschen Patrioten“ stattfinden, ein Aufmarsch des „HoGeSa“ Abkömmlings „Wir sind Stark e.V.“ und anderen erkennbar rechten Kameradschaften. Die Organisatoren kassierten jedoch wenige Stunden vor dem Demo-Tag ein endgültiges Verbot ihrer Demo durch das BVerfG, ein Novum, wurden doch in der Vergangenheit Demoverbote in letzter Instanz mit Blick auf das Recht der Meinungsfreiheit meist aufgehoben. Dass trotz des Verbots Nazis und sonstige rechte Menschen in Hamburg auf die Straße gehen würden, erschien plausibel. Am Plan der Blockade einer möglichen Demo in Hamburg wurde daher festgehalten. Im Laufe des Tages sollten sich die Ereignisse jedoch in negativer Weise überschlagen: Während die Nazis scheinbar in weiser Voraussicht einen „Plan-B“ hatten und ihre Demo in kleinerem Maßstab in Bremen durchführen wollten, was ihnen ebenfalls verboten wurde, entschieden sich knapp 100 von ihnen, Weyhe einen erneuten Besuch (die Nazi-Aufmärsche von 2013 und 2014 sind immer noch in negativer Erinnerung) abzustatten. Von zunächst einer Handvoll Polizisten begleitet, zog ein Mob von zum Teil vermummten rechten Elendsgestalten durch die Bahnhofstraße und skandierte „Daniel Siefert, es war Mord!“ und andere rechte Parolen. Ein Gruppenfoto auf dem Weyher Marktplatz durfte natürlich auch nicht fehlen. Am Nachmittag des Tages, über eine Auswahl Weyhes als Ausweichort der Nazis aus eben dem folgenden Grund lässt sich spekulieren, sollte auf dem Markplatz das erste Weyher Integrationsfest stattfinden. Auf Grund der bedrohlichen neonazistischen Präsenz und des zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorhandenen Polizeischutzes, sahen sich die Veranstalter des Integrationsfestes gezwungen, dieses schließlich abzusagen. Den Nazis gelang damit, was ihnen in diesen Tagen scheinbar als ihre Aufgabe erscheint, nämlich die z.T. vorhandene Willkommenskultur in deutschen Städten und Gemeinden weiter zu bekämpfen.

Die Nazis von der „AG Nordheide“ twitterten gegen Mittag folgendes Bild:
AgNord

Erst nach einiger Zeit traf eine Überpräsenz von Polizeikräften in Weyhe ein, was die Nazis nicht davon abhielt sich in Kleingruppen zu verstreuen, in Weyhe weiter ihr Unwesen zu treiben und vermeintliche linke Jugendliche zu bedrohen. Nur rund 40 der, nach unseren Informationen,110 Nazis wurden auf dem Parkplatz des Marktplatzes schließlich erkennungsdienstlich behandelt und unter Polizeischutz aus Weyhe hinausbegleitet. Erst gegen späten Nachmittag verließen die letzten Nazis die Gemeinde. Am Abend konnte jedoch, zum Glück, das Kollektiv der Dorfgemeinschaft ganz deutsch bei „Weyhe Total“, das wie geplant stattfinden konnte, feiern.

Wir hoffen, dass die Gemeinde Weyhe, insbesondere die Mitglieder des „Runden Tisches gegen Rechts“, aus den aktuellen Vorfällen Konsequenzen zieht und deutlicher mit zivilgesellschaftlichen Druck gegen Nazis aktiv wird. Vor allem gegen diejenigen Elendsgestalten, die in der Gemeinde tagtäglich in Häusern wie dem „Roadhouse Route 6“ verkehren, die linke Ultras aus Weyhe bedrohen, oder die bei Events wie dem Leester Osterfeuer Präsenz zeigen, muss in Zukunft vorgegangen werden, denn es wird zum wiederholten Mal deutlich: Es gibt kein ruhiges Hinterland!

Weitere Infos und Fotos:
http://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/weyhe-ort54198/weyhe-rechte-demonstranten-ziehen-durch-weyhe-polizei-grossaufgebot-5521553.html
http://recherche-nord.com/gallery/2015.09.12.html

AfD: Mit Stammtischparolen zum politischen Aufstieg

afd1.1

Informations- und Diskussionsveranstaltung am Donnerstag, 4. Juni 2015, 20.00 Uhr im Großen Forum der KGS Leeste, Schulstr. 40 in Weyhe- Leeste mit:

Erika Schneider und Ralf Beduhn (GEW- Kommission COURAGE gegen Rechts im Landesverband Niedersachsen)

Veranstalter: Runder Tisch gegen Rechts- für Integration, Weyhe

Mit populistischen Parolen wie „Raus aus dem Euro- zurück zur DM“, „Wir sind nicht das Weltsozialamt“ oder auch „Mut zur Wahrheit-Mut zu Deutschland“, gelang es der vor zwei Jahren gegründeten AfD, politischen Zuspruch und Wahlerfolge insbesondere aus der Mitte der Gesellschaft zu erlangen. Dabei knüpft die AfD in ihrer Propaganda an die Gemütslage des „entsicherten Bürgertums“ (Prof.Heitmeyer) an und mobilisiert Ressentiments nicht nur gegen die etablierten Parteien, sondern insbesondere auch gegen gesellschaftliche Minderheiten. Wohlstandschauvinistische Interessen werden vielfach sozialpopulistisch verpackt, Stammtisch-Argumente erklärtermaßen zum Ausgangspunkt politischer Kampagnen genutzt. Leugnung des Klimawandels, Ablehnung des Mindestlohns und der Rente mit 63, Einführung der Kirchhofsteuer zugunsten der Besserverdienenden, Ablehnung des Gender-Mainstreamings und der sexuellen Vielfalt, Einwanderung nur unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Nützlichkeit; diese und andere Programmpunkte der AfD werden in dem Vortrag dargelegt und kritisch beleuchtet.
Zudem wird die Aussage des Parteiführers Bernd Lucke am Abend der Hamburg-Wahl im ZDF: „Wir haben nie mit PEGIDA zusammengearbeitet“ als grobe Unwahrheit entlarvt. Anhand zahlreicher Beispiele wird die organisatorische und politische Zusammenarbeit zwischen der AfD und PEGIDA, HAGIDA, OLGIDA etc. nachgewiesen und darüber hinaus der äußerst rechte Rand der Partei anhand ausgewählter Dokumente präsentiert.

Hurra, Deutschland ist kaputt!

Hurra, Deutschland ist kaputt!

Victory
Happy 2nd Lt. William Robertson and Lt. Alexander Sylvashko, Russian Army, shown in front of sign
[East Meets West] symbolizing the historic meeting of the Russian and American Armies,
near Torgau, Germany.“ Pfc. William E. Poulson, April 25, 1945.
National Archives 111-SC-205228

Heute vor genau 70 Jahren endete der zweite Weltkrieg in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands. Der zweite Weltkrieg kostete Millionen Menschen das Leben. Mit der Kapitulation endete auch die Herrschaft des deutschen Nationalsozialismus, samt seiner Vernichtungs- und Eroberungskriege in Europa. 6 Millionen Jüd*innen und Millionen politische Gegner*innen, sowie Zivilist*innen, besonders in Osteuropa, verloren während der Feldzüge des dritten Reichs und der Shoa ihr Leben. 

In der deutschen Mehrheitsgesellschaft wird der 8.Mai  als Tag der Befreiung bezeichnet. Von Weitzsäcker, der selbst im zweiten Weltkrieg als Wehrmachtsoffizier an der Ostfront am Krieg beteiligt war, sah in diesem Tag die Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus. Diese Ansicht ist seitdem Staatsräson und auch 30 Jahre danach prägt diese Vorstellung das deutsche Kollektivbewusstsein. 
Steckt hinter dieser Sicht nicht aber auch, dass sich die deutsche Mehrheitsgesellschaft selber als Opfer des NS-Regimes sieht? Es scheint, als seien die Nazis 1933 mit UFOs in Deutschland gelandet und es hätte nichts gegen die Machtübernahme gemacht werden können.

Dies ist nichts weiter als eine Relativierung und ein Abstreiten der eigenen Schuld, ja der gesamten Verantwortung, die die Deutschen am Nationalsozialismus und seiner Verbrechen hatten und haben. Mit ihr schwindet auch die heutige Pflicht der deutschen Gesellschaft dafür zu sorgen, dass es nie wieder zu einem derartigem deutschen Morden, nie wieder zum Genozid kommen darf.

Der 8.Mai 1945 muss jedoch als Tag der Befreiung Europas von Deutschland gefeiert werden. Eine Befreiung, die in erster Linie für die Jüd*innen Europas das Ende der Shoa bedeute. 

In diesem Sinne 

Thank you, merci, спасибо nach Washington, London, Paris und Moskau!

Antifa Weyhe, 8.Mai 2015

Nazis in Bremerhaven den Tag versauen

Nazis in Bremerhaven den Tag versauen

ReWel

Wir reisen am Samstag als Gruppe nach Bremerhaven, um den Naziaufmarsch zu verhindern und um ihnen gehörig den Tag zu vermiesen.
Die, vom NPD-Mitglied Alexander von Malek, angemeldete Kundgebung soll am Samstag vor einer Unterkunft für Geflüchtete stattfinden. Da haben wir etwas gegen und werden es zu verhindern wissen.

Antifaschistische Gruppen aus der Region haben sich dazu entschlossen, sich nicht an der eher bürgerlichen Gegenkundgebung, die von Parteien und Gewerkschaften organisiert wird, zu beteiligen. Der Grund dafür liegt darin, dass bei dieser Veranstaltung auf einen Protest in Sicht- und Hörweite verzichtet wird. Wir möchten den Nazis diesen symbolischen Erfolg, vor einer Flüchtlingsunterkunft zu demonstrieren, nicht gönnen. Warum die Behörden überhaupt eine fremdenfeindliche Demonstration in der Nähe eines Flüchtlingsheims zulassen, wissen sie wahrscheinlich selber nicht. Wir werden die Flüchtlinge nicht alleine lassen, uns schützend vor ihre Unterkunft stellen und die Nazis blockieren.

Die Meinung Vieler lautet, dass Blockaden von Naziaufmärschen nicht zielführend, sondern eher kontraproduktiv seien, da mensch ihnen so, nicht nur mediale, Aufmerksamkeit gibt. Sie nehmen also an, Probleme mit Fremdenfeindlichkeit lösen sich durch Ignoranz in Luft auf.
Dem müssen wir ganz klar widersprechen:
- Naziaufmärsche sind gefährlich! Rassist*innen sind dafür bekannt, am Rande der Demonstration körperliche Angriffe zu begehen. Diese Gewalt würde sich in diesem Fall höchstwahrscheinlich gegen Geflüchtete richten, die meistens eh schon einen riesigen Schicksalsschlag zu verkraften haben.
- Nazis könnten ungehindert ihre menschenverachtende Hetze in den Straßen verbreiten und so eventuell neue Menschen manipulieren und für ihre Ideologie begeistern.
- Sie hätten einen symbolischen Erfolg zu verzeichnen und würden diesen für weitere Aktionen nutzen. Wir gäben ihnen ein Gefühl der Sicherheit und würden ihnen symbolisieren, sie könnten an diesem Ort ohne Probleme agieren.

Daher werden wir uns geschlossen an der Blockade am 04.04.2015 in Bremerhaven beteiligen.

Für weitere Informationen zu Samstag:
https://www.facebook.com/events/604739132993649/

Treffpunkt für die gemeinsame Anreise aus Bremen: 10:30Uhr Infopoint Hbf

Antifaschistische Grüße
Antifa Weyhe